Natürliche Bewegung | Vergiss nicht nach draußen zu gehen und dich zu bewegen.

natural movement | do not forget to go outside and play ?

Lesezeit: 7 Minuten

Problem: Wir beobachten und wir spüren es, die digitalen Medien hinterlassen ihre Spuren. Nicht nur Jugendliche sind den Phänomenen wie Dauerablenkung und Bewegungsmangel durch exzessive digitale Nutzung erlegen, auch wir Erwachsenen sind mittlerweile betroffen. Die Auswirkungen sind aufgrund von Dauerstress durch spätabendliches Videoschauen, Email-Beantworten und schlicht zwanghaftes Herumwischen auf Mobilgeräten allgegenwärtig. 

In diesem Beitrag möchte ich auf die Bewegungsaspekte dieser neuzeitlichen Phänomene näher eingehen, und das naturgegebene Programm dazu beleuchten. Wie sich meine Generation X -ohne “Always-On - Mentalität”- zumindest die Zeit früher sinnvoll vertrieben hat und welche Muster heute in meinen Spät-Dreißigern noch installiert laufen, das erfährst du hier.

Lösungsansätze: Der Beitrag geht auf ein paar Bewegungskonzepte ein, in denen ich mich immer schon intuitiv bewegt habe und in Sachen Bewegungsdrang beheimatet fühlte und noch immer fühle. Folgende Themen werden näher belechtet:

  • + Natürliche Bewegung (natural movement) und Naturgegebene Bewegungsmuster.
    + Re-wilding yourself mit Wildfitness
    + Zukunftstrend sog.  Resonanzsportarten, im Speziellen am Beispiel "Stand Up Paddling (SUP)".

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Zur Einleitung: Natürliche Bewegung

Bewege dich natürlich ? Ja, “moving naturally” („MovNat“) eben. Es gibt ja viele Fitnesskonzepte und von Marketing getriebene Ambitionen, die beworben werden. Attraktiv am Konzept MovNat - für meinen persönlichen Maßstab - ist die Tatsache, dass die Grundlage die Natur ist. MovNat in seiner reinsten, natürlichen Form ausgedrückt ist ein vollständiges Erlebnis mit der natürlichen Welt. Durch das Erlernen von geschickten und anpassungsfähigen Bewegungen wird die Natur zur vollständigsten Trainingsumgebung, die es gibt. Hinter dem Fitnesskonzept MovNat, welches über Jahrzehnte vom Gründer Erwan le Corre zusammengestellt wurde, geht es darum, sich so zu bewegen, dass wir unsere naturgegebenen Bewegungsmuster wieder erlangen. Um sich im Alltag wieder effizient zu bewegen. 

Zu meinen Recherchen vor ein paar Jahren möchte ich noch ein Video aus dem Jahr 2008 teilen, was noch immer inspiriert. In diesen 2010er Jahren kann ich mich nicht mehr genau erinnern, ob da in unseren europäischen Breiten schon von Functional Training, Crossfit, Freeletics, Dirt Run oder was auch immer die Rede war (whatever, enjoy the moving pics):

Das Faszinierende an diese Bewegungsformen ist die Einfachheit. Das Erlernen all dieser fundamentalen Grundelemente wie Gehen, Laufen, Balancieren, Springen, Bewegen auf allen Vieren, Klettern, Schwimmen, Heben, Tragen, Werfen, Fangen und Selbstverteidigung sind allesamt gerade bei unseren Kindern zu beobachten, weil diese ja erst erlernt werden.

In meinem Alter stelle ich mir da schon wieder andere Fragen, zumal man ja davon ausgeht, dass diese Grundelemente schon erlernt sind. Anderseits, wenn du eigene Kinder hast, wie oft und wie intensiv lebst du diese naturgegebenen Bewegungsmuster mit Ihnen ? Hier darf ich mir eingestehen, dass meine Bewegungsfreiheit gefühlt wohl mehr einseitig, eingeschränkter und auch schon verkrampfter sein mag.

In Bezug auf eine Bewegungsfreiheit stellt sich auch die Frage, wie und wo man die meiste Zeit verbringt. Ich meine hier das stundenlange verkrümmte Sitzen vor einem kleinen Bildschirm oder marschierend bei jedem Wetter an der frischen Luft ?

Dazu kommt, dass es  massenweise Studien gibt, die zumindest zeigen, dass draußen zu sein besser ist, als drinnen herum zu sitzen. Unsere Menschheitsgeschichte und wie wir uns wohl bewegt haben ?

  • ca. 2,5 Millionen Jahre Jäger & Sammler
  • ca. 5.000 Jahre Sesshaftigkeit und Ackerbau
  • ca. , 250 Jahre Industrialisierung und
  • ca. 40 Jahre Informationszeitalter, mit viel Sitzen.

Also, wo werden die Vorteile beim Draussen sein liegen?

Meine Botschaft und mein Committment, das ich der nächsten Generation und meinen Kindern vorleben möchte: Wir dürfen unsere natürlichen Bewegungsmuster wiedererlangen und täglich nutzen. Wir dürfen uns auf unsere verborgenen Kräfte besinnen. 

See THE MOVEMENT! Ido Portal - movement culture.

See Wild Movement Perth - Move like a human, connect with nature & explore the wild.

In diesem Sinn – nicht vergessen, hinausgehen und spielen!


Inspiration: #Wildfitness

Bei Wildfitness geht es um eine Philosophie eines Reise-Anbieters: “Transformative Retreats (=Rückzugsorte) in der Natur”. Das Konzept vertritt auch die Position, dass die Natur unser bester Lehrer sei, wenn es darum geht, ein erfülltes, gesundes Leben zu führen. Seit 2001 werden Transformationsreisen durchgeführt, unter anderem in Costa Rica, Kreta, Zanzibar und anderen Plätze .

Auf TedX-Talks ist mir im Jahr 2014 ein Vortrag von der Gründerin Tara Wood aufgefallen, wo der Frage “WHAT IS REWILDING” nachgegangen wurde. “Rewilding is the practice of returning to a wild state”, dh. eine Praxis, um in einen wilden, ursprünglichen Zustand zurückzukehren.

Die drei Säulen der Wildfitness-Bewegung für ein Leben in einem beständig gesünderen, glücklicheren und natürlicheren Zustand sind ansprechend:

#wildliving: Bei Fitness geht es um weit mehr als nur darum, sich selbst zu "beasten", bis man sich nicht mehr bewegen kann. Lerne also auf die natürlichen Rhythmen deines Körpers zu hören und diese zu respektieren.

#wildmoving: "You can learn more about someone in an hour of play then in a year of conversation." - Plato. Übung soll Spaß machen, und nicht bestrafen.  Lerne es Dich mit Geschicklichkeit und Verspieltheit zu bewegen, um einen schlanken, starken und verletzungsfreien Körper zu entwickeln.

#wildeating: Essen ist Treibstoff, aber das bedeutet nicht, dass nicht jeder Bissen sowohl schmackhaft als auch nahrhaft sein kann. Für welches Essen wurde unsere Körper geschaffen, was ist natürlich ?

Erwähnenswert ist das Konzept für mich deshalb auch, weil es auch noch eine soziale Komponente mit berücksichtigt, die heutzutage wichtig ist:

Es gab eine Zeit in unserer Evolution, in der die Menschen jeden Tag in der Gesellschaft kleiner, eng gestrickter Stämme verbrachten. Diese Stämme arbeiteten zusammen und waren aufeinander angewiesen. Vom Überleben bis zur spielerischen und sozialen Verbindung. Diese kleine Stämme (Tribes) verbanden ursprüngliche Athleten im alltäglichen Zusammenleben und in Interaktion mit ihrer natürlichen Umgebung. Diese kleine verbundenen Einheiten lebten einen ausgewogenen Lebensstil, den wir als ihre modernen Pendants verzweifelt in der digitalen Dauerablenkung suchen.

Darum auch abschließend die Frage, wie wir aus der Isolation aufbrechen können, in eine Richtung, die wieder an den evolutinären Gegebenheiten anknüpft und eine neue Verbundenheit versprechen kann ?

Aus Auszug aus einem interessanten Beitrag vom ​zukunftsInstitut möchte ich hier auszugsweise zitieren, weil es unter anderem einer meiner persönlichen Lieblingssportarten “SUP” ins Blickfeld bringt und sehr schön beschreibt, was auch mir am Stehendpaddeln so gefällt.


Mind Sports: Mit Bewegung aus der inneren Isolation


"


“Resonanzsportarten wie Surfen oder Stand Up Paddling lösen Impulse aus, die unser Leben verändern und eine neue Verbundenheit versprechen.


Viele Menschen fühlen sich heute gestresst und isoliert, weil sie verlernt haben, mit sich selbst und der Welt um sich herum zu kommunizieren. Die Welt “antwortet ihnen nicht mehr”, wie es der Soziologe Hartmut Rosa in seinem Buch über Resonanz formuliert. Dieses neue Bedürfnis, mit der Umwelt, aber auch mit dem eigenen Körper und der eigenen Intuition wieder stärker in Kontakt zu kommen, verändert die Rolle, die Sport im Leben vieler Menschen spielt. Die Sportarten der Zukunft sind diejenigen, die die Beziehung zwischen Mensch und Welt vertiefen können. Die Zukunft des Sports ist nicht Fitness, auch nicht Wellness. Sondern: Resonanz.


Surfen ist nur eines von zahlreichen Beispielen für diesen Trend zum Resonanzsport. Immer mehr Menschen sind heute auf der Suche nach Freizeitaktivitäten, die sie nicht nur körperlich und geistig fit halten, sondern auch wieder “in Resonanz” bringen. Dieser Kontakt mit der Natur, mit anderen Menschen und mit sich selbst ist auch eine Form von Therapie. Man fühlt, wie sich die Perspektive auf das Leben verändert – und auf sich selbst.


Die britische Wohltätigkeitsorganisation “The Wave Project” nutzt diese therapeutische Wirkung ganz gezielt: Das Projekt, das inzwischen an neun Orten im Vereinigten Königreich vertreten ist, hilft jungen benachteiligten Menschen, Selbstvertrauen aufzubauen und Stress zu reduzieren. Der Schlüssel zum therapeutischen Effekt des Surfens liegt in seinem Ethos: Es geht um Wertschätzung, Solidarität und die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen, ohne in ein destruktives Konkurrenzdenken zu verfallen. Wer mit dem Meer in Kontakt ist, fühlt sich als Teil dieser Welt.



Das Beispiel zeigt: Resonanzsport geht weit über die Yogamatte oder das Fitnessstudio hinaus. Yoga hat seinen Zenit offenbar schon überschritten: Haben Sie jemals während einer Yogastunde jemanden lachen oder sich mit einem anderen Teilnehmer unterhalten hören? Der Trendsport Yoga ist introvertiert und ernst – also kein Resonanzsport, denn der ist immer extrovertiert und fröhlich. Resonanz bedeutet “eine Reaktion hervorrufend”, und im Idealfall besteht diese Reaktion aus einem ansteckenden Lachen. Wobei es nicht nur um die Verbundenheit mit anderen geht, sondern auch um die Verbundenheit mit sich selbst.


Resonanzsportarten befördern eine Beziehung zur Umwelt, zur Natur, zu einem selbst und zu anderen Menschen, die gleichzeitig stattfindet.Das belegt auch die boomende Resonanzsportart des Stand Up Paddlings (SUP), die Balance, Naturbezug und Achtsamkeit mit physischer Herausforderung verbindet.


SUP ist nicht nur ein Gegengift gegen einen zunehmend digitalisierten Alltag, sondern umfasst zahlreiche positive Auswirkungen: Es stärkt den Gleichgewichtssinn, trainiert die Muskeln, ist sanft zur Natur und hilft gegen negativen Stress, kann sogar dem Burn-out-Syndrom vorbeugen. Zudem ist SUP ist leicht zu lernen, schafft also frühe Erfolgserlebnisse, kann auf fast jedem Gewässer praktiziert werden und ist eine soziale Aktivität, weil es genug Atem lässt zum Plaudern mit dem Paddler nebenan. Ein typischer Resonanzsport also, der dem Grundsatz folgt: Das Ganze ist größer als die Summe seiner Teile.


Ob Stand-up-Paddeln oder Surfen – hinter jeder Resonanzsportart steht eine kollektive Sehnsucht, die Menschen heute immer mehr antreibt: die Sehnsucht nach Resonanz. In einer Zeit, die geprägt ist von Steigerungs- und Optimierungszwängen erweitert der Sport sein Bedeutungsspektrum und wird zu einer Resonanzachse.


Dieser Text ist ein gekürzter Auszug aus dem Zukunftsreport 2018.

/ QUELLE:  ​www.zukunftsinstitut.de/zukunftsreport/

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Michael Fally | explorer of terrains | #spotops is my personal sweetspot... I teach you to become better at exploring your personal sidehustle, instantly take control of your life and create more time freedom

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